Zu wenig Kita Plätze in Deutschland?

Zu wenig Kita Plätze in Deutschland?

Wenn es um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geht, ist eine gut organisierte und geregelte Kinderbetreuung das A und O. Aus diesem Grund machen sich viele Eltern bereits während der Schwangerschaft Gedanken um einen Kitaplatz für ihren Nachwuchs. Dutzende E-Mails werden verschickt, um das ungeborene Kind in weiser Voraussicht voranzumelden. Doch all diese Umsicht ist noch lange kein Garant für einen späteren Kitaplatz – oft bleibt es beim Platz auf der Warteliste. Auch Tagesmütter sind meist komplett ausgebucht. Dabei ist in Deutschland seit 2013 die Kinderbetreuung ab dem ersten Geburtstag gesetzlich garantiert. Trotzdem fehlen deutschlandweit bis zu 300.000 Kitaplätze.

Der Kitaplatz für den Nachwuchs – schwieriger zu finden als Der passende Schuh für Groß und Klein. Es fehlen oft schlichtweg die Einrichtungen und die Erzieher. Aufgrund des Personalmangels können einige Kitas auch nur eine Halbtagsbetreuung anbieten. Die neuen Bundesländer stehen dabei besser da als die alten, besonders eklatant ist der Mangel an Betreuungsplätzen in Nordrhein-Westfalen, in Rheinland-Pfalz und in Bayern. Grund dafür sind sowohl die steigenden Geburtenzahlen, als auch ein verstärkter Zuzug, vor allem im städtischen Bereich. Auch die Tatsache, dass für das neue Schuljahr der Einschulungstag verschoben wurde und so mehr Kinder für ein weiteres Jahr in der Kita bleiben mussten, hat die Situation nicht gerade entschärft.

Kinderhand malt mit Wachsmalkreiden

Der Bedarf an Betreuungsplätzen wird wohl weiter ansteigen. Wenn die Kommunen nicht handeln, werden in den nächsten Jahren noch mehr Kitaplätze fehlen. Auch der Erziehermangel könnte sich verschärfen, denn viele Erzieher sind im Rentenalter. Nicht genügend junge Menschen entscheiden sich für den Beruf des Pädagogen, da dieser nicht sehr gut bezahlt ist und die Arbeitsbedingungen verbessert werden müssten – zu hoch ist der aktuelle Betreuungsschlüssel.

Kinderbetreuung ist immer noch Frauensache

Möchte man sein Kind bereits vor dem 3. Geburtstag in die Kita geben, muss man sich vielerorts auf lange Wartezeiten einstellen. Vielen Familien bleibt nichts anderes übrig, als die Elternzeit zu verlängern oder unbezahlten Urlaub zu nehmen und das Kind zu Hause selbst zu betreuen. Zwar nehmen mehr und mehr Männer Elternzeit, den Großteil der Kinderbetreuung übernehmen in Deutschland aber immer noch die Frauen. Für sie heißt es dann entweder ganz zu Hause bleiben oder nur mehr Teilzeit zu arbeiten, auch wenn sie gerne wieder voll in das Berufsleben einsteigen würden.

Kind spielt im Sandkasten

Selbst wenn eine Betreuung des Kindes zu Hause eine große Bereicherung sein kann, ist es auch für Kleinkinder wichtig, soziale Kontakte zu knüpfen und mit anderen Kindern zu spielen – und das geht am Besten in einer Kita. Eine bessere Betreuungssituation für die Kleinsten ist daher dringend notwendig, es braucht mehr Kitas, mehr Erzieher, bessere Arbeitsbedingungen für die Pädagogen.

Obwohl in Deutschland ein Kitaplatz für Kinder ab dem 1. Geburtstag gesetzlich garantiert ist, reichen die Betreuungsmöglichkeiten in weiten Teilen Deutschlands nicht aus. Es gibt aufgrund von Faktoren wie steigenden Geburtenzahlen und Zuwanderung zu wenig freie Plätze. Weiters fehlen qualifizierte Pädagogen – die Arbeit in der Kita ist schlecht bezahlt und es sollen zu viele Kinder auf einmal betreut werden. Die Rechnung dafür zahlen meist die Frauen, die, anstatt wieder Vollzeit arbeiten zu können, in die Teilzeitarbeit gedrängt werden oder ganz zu Hause bleiben müssen, um die Betreuung für ihr Kind selbst zu übernehmen.