Windelfrei – geht es ganz ohne?

Windelfrei – geht es ganz ohne?

Für manche junge Eltern ist die Idee, ein Baby ohne Windeln großzuziehen, absolut abwegig. Die große Befürchtung ist, dass die Ausscheidungen dann überall landen werden, nur nicht da, wo sie hingehören. Zugegebenermaßen kann das durchaus mal passieren, aber im Grunde funktioniert windelfrei oder topfit, wie es auch genannt wird, erstaunlich gut. Neben den Ersparnissen an Geld und Müll durch weniger Windeln verbessert diese Methode auch die Kommunikation mit dem Kind. Die Eltern sind nämlich angehalten, viel genauer auf Signale des Babys zu achten und diese richtig zu deuten.

Die Theorie
Eigentlich zeigt jedes Neugeborene an, wenn es mal muss. Für dieses Signal müssen Eltern ihre Sinne schärfen. Es kann ein komisches Strampeln sein, ein verkrampfter Gesichtsausdruck oder eine bestimmte Art des Quengelns. Da es mehrmals am Tag zu dieser Notwendigkeit kommt, lernen Eltern recht schnell, wann sie reagieren müssen. Im Eifer des Gefechts ist es dann praktisch, stets eine Schüssel parat stehen zu haben. Darüber wird das Baby dann abgehalten, bis es alles erledigt hat. Manche Eltern bekommen einen derart guten Draht zu ihrem Kind, dass sie sogar nachts aufwachen, wenn ein Geschäft fällig ist. Im Grunde kann windelfrei so lange praktiziert werden, bis die Sauberkeitserziehung abgeschlossen ist. Irgendwann wird das Kind sitzen können und sich eindeutig artikulieren, dass es auf den Topf muss. Das funktioniert bei windelfreien Kindern in der Regel auch schneller als bei Windel-Babys.

Vorteile von windelfrei
Die Vorteile liegen also auf der Hand. Man spart Windeln und somit Geld und Müll. Außerdem fühlt sich das Kleine ohne Windeln wohler und Hautreizungen können umgangen werden. Es kann einfach nicht passieren, dass der kleine Popo ausversehen eine Stunde lang dem ätzenden Urin in der Windel ausgesetzt ist. Ein besonders wichtiger Effekt ist auch, dass das Kind genauer beobachtet und somit besser verstanden wird. Babys mit Windeln schreien vielleicht, wenn sie gerade müssen. Doch die Eltern sehen den Zusammenhang nicht und versuchen alles Mögliche, um das Kind zu beruhigen. Das belastet die Beziehung unnötigerweise.

Einschränkungen
Natürlich hat windelfrei gewisse Einschränkungen hinsichtlich dar Praktikabilität. So ist es ungünstig, das Töpfchen mit in den Supermarkt zu nehmen. Auch bei Familienbesuchen sind Missgeschicke sehr peinlich. Sobald die Eltern mit der Aufmerksamkeit nicht bei ihrem Kind sein können, ist es ratsam, eine Windel anzuziehen. Das ist durchaus erlaubt bei windelfrei und soll den Stress aus ungünstigen Situationen nehmen. Gibt es dann und wann mal eine Windel, verdirbt das die Kommunikation nicht zwangsläufig. Prinzipiell können Babys bei windelfrei auch immer Windeln tragen. Es sollten nur schnell abnehmbare Varianten sein, damit sie bei Bedarf zügig ausgezogen werden können.