Als Mutter hast du die Pflicht, auf dich zu achten!

Als Mutter hast du die Pflicht, auf dich zu achten!

Meine Freundin Elida, wie ich Mutter von zwei Kindern im Alter von zwei und vier Jahren, rief mich an: „Meine Ärztin will mich in Kur schicken. Ohne die Kinder.“ Ich freute mich für sie: „Wann geht es los? Wohin? Wie lange fährst du?“ Erst sagte Elida nichts. Dann: „Ich fahre natürlich nicht.“

Mütter müssen sich um ihre Kinder kümmern

„Ich fahre nicht ohne die Kinder“, sagte sie. „Ich kann sie nicht mit Markus allein lassen! Außerdem stehen ein paar Geburtstage im Kindergarten an. Da muss ich Geschenke kaufen…“ Ich unterbrach sie: „Und wann willst du zusammenbrechen?“ Wieder sagte sie zuerst nichts. Dann flüsterte sie: „Ich muss mich um meine Kinder kümmern.“

Elida war zu ihrer Hausärztin gegangen, weil sie nachts kaum Schlaf fand. Tagsüber war sie müde, erschöpft, gereizt. Immer wieder brannte ihr das Essen an. Ihre Kinder wurden von Tag zu Tag quengeliger und der Haussegen hing immer häufiger schief. Wie ich es einschätzte, stand sie kurz vor dem Zusammenbruch. Sie musste unbedingt aus allem raus, wieder Kraft schöpfen, sich neu sortieren und Atem holen. Das schien auch ihre Ärztin erkannt zu haben. Sie hatte Elida keine Medikamente geben wollen, sondern ihr dringend zu einer Muttererholungskur geraten. Ohne Kinder. Mindestens drei Wochen weg.

Aber Elida wollte nicht.

Wenn man nicht mehr kann, nutzt es keinem

Eltern sein ist ein anstrengender Job. Egal, ob der Vater oder die Mutter die Hauptlast trägt, wie es ja doch im Alltag letztlich abläuft. Es gibt Zeiten, da geht man im wahrsten Sinn des Worts auf dem Zahnfleisch. Meistens denkt man, dass man das schafft, irgendwann wird es wieder besser und man kommt wieder zur Ruhe. Aber häufig wird dann wieder ein Kind krank, vielleicht auch der Partner, am Ende man selbst, im Haushalt läuft etwas komplett schief – und man merkt gar nicht mehr, dass man in einer Abwärtsspirale steckt.

Wenn man dann nicht die Bremse zieht und auf sich selbst achtet, kann es zur Katastrophe kommen. Ist die Erschöpfung so groß, dass man am Ende vielleicht noch in eine Depression fällt, kann man das, was man eigentlich vermeiden wollte, nicht mehr verhindern: Man fällt für die Familie aus und die Kinder müssen von anderen versorgt werden.

Besser ist es da doch wirklich, frühzeitig an sich zu denken und das alles selbst planen und organisieren zu können. Dazu ist eine Kur bestens geeignet. Die Krankenkassen sind behilflich, eine Familienbetreuerin zu finden, wenn niemand in der Familie oder im Freundeskreis die Versorgung der Kinder übernehmen kann.

Happy End

Ich habe lange gebraucht, bis Elida endlich widerstrebend zugestimmt hat. Ihr trauriges Gesicht konnte ich dann mit dem Versprechen „Und ich komme für zwei Tage, dann gehen wir mal so richtig bei Ralph Lauren shoppen!“ endlich erhellen. Mit zwei weiteren Freunden übernahm ich die Versorgung von Elidas Kindern, ihr Mann besuchte seine Sprösslinge jeden Tag und unterstützte auch Elida, als sie die Möglichkeit bekam, ihre Kur zu verlängern. Gut erholt kam sie nach vier Wochen zurück. „In vier Jahren fahre ich auf jeden Fall wieder!“, war ihr fester Plan.